Leistungsbilanz


Ullrich Sierau ist seit Mai 1999 Beigeordneter der Stadt Dortmund und hat zu dem Zeitpunkt das Planungsamt übernommen. Im Februar 2007 wurde er zum Stadtdirektor gewählt und leitet seitdem das neue Dezernat Planung, Städtebau und Infrastruktur.
Unter seiner Regie hat sich eine neue Dortmunder Planungskultur etabliert, die an folgenden Elementen festzumachen ist:

Der Flächennutzungsplan (FNP)

Der FNP wurde nach einer nur vierjährigen Bearbeitungszeit Ende Dezember 2004 rechtswirksam.

Integrierte Stadtbezirksentwicklungskonzepte (InSEKt)

InSEKts sind informelle Planungsinstrumente, die einen fachlich umfassenden Überblick über den Status quo, die Entwicklungspotenziale und -perspektiven für jeden der zwölf Dortmunder Stadtbezirke erlauben. Sie wurden 2004 erstmals erstellt. In einem intensiven Beteiligungsprozess wurden und werden Bürgerinnen und Bürger, Fachleute und Interessengruppen aktiv mit eingebunden. Sie werden im Abstand von 2 ½ Jahren fortgeschrieben.

Masterpläne

Sie sind ein verbindlicher Orientierungsrahmen und gleichzeitig strategische Handlungskonzepte für die Entwicklung der Stadt in allen wesentlichen Bereichen der so genannten Daseinsvorsorge. Sie liegen inzwischen für folgende Bereiche vor:
· Einzelhandel,
· Wirtschaftsflächen,
· Mobilität,
· Umwelt und
· Wohnen.
Der Masterplan Mobilität wird ergänzt durch ein umfassendes Radförderprogramm, ein
Park + Ride Konzept, den Nahverkehrsplan, ein Konzept für den ruhenden Lkw-Verkehr und ein Mobilitätskonzept für die Berufskollegs.
Wesentliche Teile der Konzepte wurden inzwischen umgesetzt.

City-Entwicklung

Das City-Konzept wurde bereits vor zehn Jahren zum ersten Mal vom Rat beschlossen und seitdem ständig fortgeschrieben. Eine Fülle von Maßnahmen wurde inzwischen umgesetzt. Dazu zählen:

· Die Quartiersentwicklung Brückstraße mit dem Neubau von Konzerthaus und Orchesterzentrum
· Diverse Modernisierungen, Umbauten und Neueinrichtungen von Einzelhandels- und Büroimmobilien. Hierzu gehören das Gelände der ehemaligen Thier-Brauerei, der RWE-Tower, der gesamte Stadthaus-Komplex, das Verwaltungsgebäude am U-Turm und der 1. Bauabschnitt des Siemenskomplexes „Märkisches Tor”. Durch eine architektonisch anspruchsvolle Bauweise konnte das Erscheinungsbild der City wesentlich verbessert werden. Gleichzeitig entstanden und entstehen Tausende von neuen Arbeitsplätzen. Der Neubau und die Umgestaltung wichtiger Plätze und Straßen (Kampstraße, Betenstrasse, Olpe, Brauhausstraße, Hansastraße, Westen- und Ostenhellweg, Platz von Leeds) runden die erfolgreiche City-Entwicklung ab.

Kunst und Kultur

Die Dortmunder U-Fläche wird zurzeit als Standort für Kunst, Kreativität und Wirtschaft entwickelt, wobei der neu genutzte U-Turm ein markantes Highlight im kulturellen Sektor bilden wird. Für die renommierte Jazz- und Weltmusikeinrichtung „domicil” wurde ein ehemaliges Kino an der Hansastraße zur neuen Spielstätte umgebaut. Ferner entstanden in den letzten Jahren das Konzerthaus und das kürzlich eröffnete Orchesterzentrum an der Brückstraße. Mit dem Deutschen Fußballmuseum gegenüber dem Hauptbahnhof, das innerhalb der nächsten zwei Jahre gebaut wird, verfügt die Stadt über eine weitere attraktive Kultureinrichtung.

Wohnen

Durch massive Verbesserungen im Wohnungsbestand und eine Fülle entsprechender Bebauungspläne sowie größerer Flächenentwicklungen konnten in den vergangenen Jahren die Boden- und Mietpreise in der Stadt weitgehend stabil gehalten und ein Angebot an Miet- und Eigentumswohnungsbau für jeden Geldbeutel aufrecht erhalten und neu geschaffen werden.

In allen Stadtbezirken stehen für den Wohnungsbau entsprechende Flächen zur Verfügung. Eine Reihe von größeren Maßnahmen dient sowohl dem Wohnungsbau, setzt aber gleichzeitig Impulse für die Entwicklung ganzer Stadtbezirke. Hierzu gehören:

· Das Gelände rings um den in Bau befindlichen Phoenix-See in Hörde. Hier entsteht neben einem Bereich für Dienstleistungen, Einzelhandel, Freizeit und Gastronomie mit den entsprechenden Arbeitsplätzen eine Wohnbebauung mit einem Volumen von 900 – 1300 Wohneinheiten.
· Eine ähnliche Nutzung erfährt das Gelände „Hohenbuschei”, der alte Flughafen der Stadt Dortmund. Hier entsteht in einem landschaftlich reizvollen Gelände mit altem Baumbestand neben einem vorhandenen Golfplatz mit dem Trainingszentrum von Borussia Dortmund ein neues Stadtquartier mit ca. 1.000 Wohneinheiten und der entsprechenden Infrastruktur.
· Weitgehend abgeschlossen ist die Entwicklung auf dem Gelände Stadtkrone-Ost. Hier ist neben Produktions- und Dienstleistungsbetrieben ebenfalls eine große Anzahl neuer Wohnungen entstanden.
· Weiterer Wohnungsbau in größerem Maßstab erfolgte und erfolgt in Bodelschwingh, Scharnhorst, Hombruch, Aplerbeck und Sölde.

Arbeitsplätze

Durch massive Anstrengungen ist es gelungen, die in den Bereichen Kohle und Stahl in den letzten 40 Jahren verloren gegangenen Arbeitsplätze zu erheblichen Teilen zu ersetzen. Eine intensiv betriebene Aktivierung von Altflächen (Zechen, Hüttenwerke, Kasernen) sowie die Ausweisung neuer Flächen haben dafür die Voraussetzungen geschaffen. Arbeitsplätze in fünfstelliger Größenordnung sind entstanden auf der Stadtkrone Ost, im Gewerbepark Hansa, durch die Erweiterung der Technologieparks, auf Minister Stein, auf 45 ha Gewerbefläche in einem neuen Technologiegebiet auf Phoenix-West, im Gewerbegebiet Aplerbeck-Ost und auf einer ehemaligen Abraumhalde in Dortmund-Mengede, auf der das europäische Zentrallager von IKEA mit 1300 Arbeitsplätzen Platz gefunden hat.

Büro und Dienstleistungsarbeitsplätze sind vor allem entlang der B1 entstanden (z. B. ADAC-Gebäude mit zwei Bauabschnitten sowie der in Bau befindliche Westfalentower), aber auch unmittelbar in der City (z. B. auf dem Gelände des Dortmunder U, durch den RWE-Tower, mit dem Neubau der Hauptverwaltung der Volkswohl-Versicherungen).

Stadterneuerung / Soziale Stadt

In einer Reihe von Stadtbezirken werden in den letzten Jahren umfangreiche integrierte Handlungskonzepte zur Verbesserung der städtebaulichen, ökonomischen und sozialen Situation der Bewohner umgesetzt.

· So z. B. im Rahmen des Projektes „Urban II” in der Dortmunder Nordstadt, wo mit einem Mittelaufwand von ca. 30 Millionen €uro durch 29 Einzelprojekte nicht nur eine Stabilisierung, sondern sogar ein Wachstum der Wirtschaft erreicht werden konnte.
· Seit 1994 wird zusammen mit Akteuren und Bewohnern durch eine Reihe unterschiedlichster Projekte die Lebensqualität der Bewohner der Großsiedlung „Scharnhorst-Ost” wesentlich verbessert. So durch bessere Spielangebote für Kinder und Jugendliche, durch die Anlage von Stadtteilparks, durch Kleingartenanlagen und bauliche Erneuerungen.
· Einen ähnlichen Ansatz verfolgte und verfolgt die Erneuerung der Großsiedlung Clarenberg in Hörde, wo mit intensiver Bewohnerbeteiligung vor allem gebäudebezogene und städtebauliche Maßnahmen durchgeführt und mit beschäftigungswirksamen Projekten verknüpft wurden.
· Neu gestaltet wurde inzwischen auch der Ortskern in Aplerbeck, wo ein attraktiver Aufenthaltsraum für Freizeit, Erlebniseinkauf, kulturelle Veranstaltungen und kommunikative Nutzungen entstanden ist.
· Gleiches gilt für das Gelände der ehemaligen Zeche Gneisenau in Dortmund-Derne, auf dem als erste Maßnahmen ein Stadtteilpark und ein Einkaufszentrum entstanden und weitere Projekte vor der Umsetzung stehen.
· Mit einem Aufwand von 16 Millionen €uro an öffentlichen Mitteln soll ferner das 155 ha große Stadtumbaugebiet Rheinische Straße erneuert werden. Ziele sind die Sicherung und der Ausbau der Gewerbenutzung, die Verbesserung der Wohnsituation, der Ausbau von Freizeit und Erholungsmöglichkeiten, der Aufbau sozialer und kultureller Infrastruktur und die Stärkung des „Vor-Ort-Engagements”
· Ähnliche Erneuerungsmaßnahmen beginnen bzw. sind geplant in Mengede, Hörde, Huckarde und Deusen.